Gestern war es so weit: die schriftliche Heilpraktikerprüfung. Viele Ausbildungsschulen bieten am Abend nach der Prüfung eine Auswertung an, und so haben viele schon eine erste Einschätzung, wie es gelaufen ist. Andere warten noch und hoffen. Verbindlich ist ohnehin erst der Bescheid deines Gesundheitsamts.
Deshalb gilt dieser Beitrag heute zwei Gruppen: allen, die bestanden haben, und allen, bei denen es diesmal nicht gereicht hat.
Herzlichen Glückwunsch zur bestandenen schriftlichen Prüfung
Wenn es bei dir gut gelaufen ist: Herzlichen Glückwunsch! Du hast lange gelernt, auf vieles verzichtet und an diesem Tag geliefert. Das darfst du feiern, ganz ohne schon an den nächsten Schritt zu denken. Gönn dir ein paar Tage, in denen du einfach stolz auf dich bist.
Wie geht es nach der schriftlichen Prüfung weiter?
Mit der bestandenen schriftlichen Prüfung bekommst du eine Einladung zur mündlichen Überprüfung bei deinem Gesundheitsamt. Wann sie kommt, ist sehr unterschiedlich. Bei manchen Ämtern liegt die mündliche Prüfung schon wenige Wochen nach der schriftlichen, bei anderen dauert es Monate.
Ich persönlich finde es gut, wenn etwas mehr Zeit dazwischen liegt. Denn die mündliche Prüfung setzt die meisten Menschen deutlich stärker unter Druck als die schriftliche.
Die mündliche Überprüfung: ein ganz anderes Setting
In der schriftlichen Prüfung wendest du dein Wissen auf Multiple-Choice-Fragen an. In der mündlichen sitzen dir drei Menschen gegenüber: ein Arzt des Gesundheitsamts, der die Prüfung leitet, und zwei Beisitzer aus der Praxis.
Dabei geht es um mehr als um Wissen. Die Überprüfung soll klären, ob du den Beruf sicher ausüben kannst oder ob deine Tätigkeit eine Gefahr für die Volksgesundheit bedeuten würde. So sieht es das Heilpraktikerrecht vor, und genau darum geht es an diesem Tag. Deshalb zählt auch, wie du auftrittst: ob du ruhig bleibst, Haltung bewahrst und sicher wirkst, auch wenn eine Frage dich überrascht.
Wie ich mich auf die mündliche Prüfung vorbereitet habe
Mir hat vor allem eine breite Vorbereitung geholfen, die über einzelne Themenbereiche hinausging. Ich wollte Zusammenhänge erklären können, nicht nur Fakten aufsagen.
Am wichtigsten war für mich aber das Üben mit anderen. In meiner Lerngruppe haben wir viele Prüfungssituationen nachgestellt, mit allem, was dazugehört: Fragen, Nachfragen und auch mal eine Frage, mit der man nicht gerechnet hat. Sich bewusst in diese Anspannung zu begeben, ist am Anfang unangenehm. Mit der Zeit wurde es für mich aber vertrauter, und genau das hat mir am Prüfungstag Sicherheit gegeben.
Hör dich bei deinem Gesundheitsamt um
Die mündlichen Prüfungen unterscheiden sich von Amt zu Amt, im Ablauf ebenso wie in den Themen, die besonders im Mittelpunkt stehen.
Deshalb mein Tipp: Hör dich in deiner Region um. Viele Absolventen teilen ihre Erfahrungen in Prüfungsprotokollen, die du zum Teil online findest. Wenn du mehrere davon liest, bekommst du ein Gefühl dafür, wie die Prüfung bei deinem Amt abläuft und welche Themen dort häufiger vorkommen. Auch Gespräche mit Menschen, die bei deinem Gesundheitsamt geprüft wurden, sind wertvoll: Wie lief die Prüfung ab? Wie war die Atmosphäre im Raum? Gab es Themen, die immer wieder vorkamen?
Mir hat dieser Austausch damals sehr geholfen. Solche Erfahrungen ersetzen keine Vorbereitung, aber sie nehmen dir einen Teil der Unsicherheit, weil du ungefähr weißt, was dich erwartet.
Wenn es diesmal nicht geklappt hat
Dann tut es weh, und da gibt es nichts schönzureden. Du hast Monate, vielleicht Jahre investiert und alles auf diesen Tag ausgerichtet. Dass sich jetzt Enttäuschung, Wut oder Leere breitmachen, ist mehr als verständlich. Nimm dir die Zeit, die du dafür brauchst.
Ich will hier nichts kleinreden. Aber ich habe in Lerngruppen und unter Mitstudenten miterlebt, wie es weitergehen kann: Ein nicht bestandener Versuch ist kein Urteil über dich. Oft waren es ein, zwei Denkfehler, eine ungewohnte Formulierung oder die Nervosität, die an diesem Tag den Unterschied gemacht haben.
Wenn sich der erste Schmerz gelegt hat, lohnt es sich, mit etwas Abstand hinzuschauen: Wo genau lagen die Schwierigkeiten? Bei bestimmten Themen, bei der Zeit, bei der Aufregung? Genau daraus kannst du lernen. Beim nächsten Mal kennst du die Situation schon und kannst dich noch gezielter vorbereiten. Sprich auch mit anderen, die mehr als einen Anlauf gebraucht haben. Es sind mehr, als man denkt.
Der nächste schriftliche Termin ist Mittwoch, 17. März 2027. Ob du dann direkt wieder antreten kannst oder etwas länger warten musst, ist je nach Gesundheitsamt unterschiedlich. Frag am besten rechtzeitig bei deinem Amt nach, wie es bei dir weitergeht. Und dann: Krönchen richten, durchatmen, weitergehen. Wenn du so weit bist.
Und irgendwann: deine eigene Praxis
Ob jetzt die mündliche Prüfung vor dir liegt oder ein zweiter Anlauf: Irgendwann kommt die Frage, wie deine eigene Praxis aussehen soll. Das hat Zeit. Wenn du magst, bin ich dann für dich da.
Wenn du schon an deine eigene Praxis denkst
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