Am Mittwoch, 14. Oktober 2026, ist es so weit: die schriftliche Heilpraktikerprüfung. Wenn du dazugehörst, hast du wahrscheinlich Monate, vielleicht Jahre auf diesen Tag hingearbeitet. Oft neben Beruf, Familie und allem anderen, was das Leben gerade verlangt.

Ich kenne diese Prüfung aus eigener Erfahrung. Und ich habe in Lerngruppen und unter Mitstudenten miterlebt, wie viel Kraft die Vorbereitung kostet und was dieser Tag mit Menschen macht. Deshalb möchte ich dir mit diesem Beitrag ein paar Gedanken mitgeben und dir von Herzen alles Gute wünschen.

Wann ist die Heilpraktikerprüfung im Oktober 2026?

Die schriftliche Überprüfung findet am Mittwoch, 14. Oktober 2026 statt, für die allgemeine Heilpraktikerprüfung ebenso wie für den Heilpraktiker für Psychotherapie. Wenn du angemeldet bist, kennst du Ort und Uhrzeit längst aus der Einladung deines Gesundheitsamts. Für alle, die sich allgemein informieren: Die schriftliche Prüfung liegt jedes Jahr am zweiten Mittwoch im Oktober und am dritten Mittwoch im März.

Die schriftliche Heilpraktikerprüfung: Warum jede Frage zählt

Die Prüfung besteht aus Multiple-Choice-Fragen aus allen Bereichen deiner Ausbildung. Beim Heilpraktiker für Psychotherapie sind es 28 Fragen in 60 Minuten, bei der allgemeinen Heilpraktikerprüfung 60 Fragen in 120 Minuten. Bestanden hat, wer mindestens drei Viertel richtig beantwortet: 21 von 28 beziehungsweise 45 von 60.

Das klingt machbar. Es heißt aber auch: Beim Heilpraktiker für Psychotherapie dürfen höchstens sieben Antworten falsch sein. Jede einzelne Frage zählt, und genau das macht den Druck an diesem Tag aus.

Wenn die Prüfungsfragen anders klingen als geübt

Auch ich habe meine schriftliche Prüfung anders erlebt, als ich es erwartet hatte. Ich hatte mich intensiv mit Prüfungsfragen aus früheren Jahren vorbereitet. Am Prüfungstag fiel mir dann auf, wie viele Fragen verneint gestellt waren: Statt „Welche Aussage trifft zu?“ hieß es „Welche Aussage trifft nicht zu?“. In dieser Häufung kannte ich das aus meiner Vorbereitung nicht, und im ersten Moment hat mich das ganz schön durcheinandergebracht.

Prüfungen entwickeln sich weiter, in der Art der Fragen ebenso wie in ihren Schwerpunkten. Geholfen hat mir deshalb vor allem eine Vorbereitung, die über das Wiedererkennen von Fragen hinausging. Wer die Zusammenhänge versteht, findet auch dann eine Antwort, wenn eine Frage ungewohnt formuliert ist. Und es hat geholfen, kurz durchzuatmen und jede Frage in Ruhe zu durchdenken.

Wie man mit solchen Fragen am besten umgeht, ist sehr individuell. Was dem einen hilft, bringt den anderen eher aus dem Konzept. Deshalb lohnt es sich, verneinte Fragen schon vorher bewusst zu üben, zum Beispiel mit Übungsfragen, in deiner Lerngruppe oder mit deiner Ausbildungsschule. So findest du deinen eigenen Weg und wirst am Prüfungstag weniger überrascht.

Den Lösungsbogen und die Zeit im Blick behalten

Eine zweite Erfahrung hat mich an diesem Tag fast mehr Nerven gekostet als die Fragen selbst: die Zeit. In der schriftlichen Prüfung kreuzt du deine Antworten nicht nur im Fragenheft an. Am Ende zählt, was auf dem separaten Lösungsbogen steht, also etwa Frage 1: D, Frage 2: C oder eine Kombination wie D und E. Je nach Gesundheitsamt wird nur dieser Bogen eingesammelt oder alles zusammen.

Ich war so in die Fragen vertieft, dass ich die Uhr völlig aus dem Blick verloren habe. Zum Schluss blieben mir nur noch wenige Sekunden, um meine letzten Antworten zu übertragen. Danach war ich mir lange nicht sicher, ob mir dabei ein Fehler passiert ist. Später haben mir andere erzählt, dass es ihnen ähnlich ging: Sie kannten die richtige Antwort und haben sie beim Übertragen verwechselt.

Deshalb mein Gedanke für dich: Plane die Zeit für das Übertragen von Anfang an mit ein. Viele übertragen eine Antwort direkt, sobald sie sich sicher sind, statt alles auf die letzten Minuten zu verschieben. Wenn du magst, probier beim Üben ein paar Mal aus, wie du mit der vorgegebenen Zeit zurechtkommst, auch mit dem Übertragen auf einen separaten Bogen. So bekommst du nach und nach ein Gefühl dafür, wie viel Zeit du am Prüfungstag dafür einplanen möchtest.

Die letzten Tage vor der Prüfung

In den letzten Tagen wird es bei vielen noch einmal eng: im Kopf, im Magen, manchmal auch im Schlaf. Das ist normal und sagt nichts darüber aus, wie gut du vorbereitet bist.

Jetzt geht es nicht mehr darum, Neues zu lernen. Viel hilfreicher ist es, die Grundlagen noch einmal ruhig durchzugehen und dir bewusst zu machen, wie viel du schon weißt. Lies dir deine Einladung in Ruhe durch und leg dir am Vortag alles bereit, was du mitbringen sollst. Plane genug Zeit für den Weg ein, damit du nicht abgehetzt ankommst.

Und gönn dir am Abend vorher etwas, das dir guttut. Du hast lange gelernt. Dieses Wissen ist da, auch wenn es sich in der Aufregung manchmal anders anfühlt.

Meine Wünsche für deinen Prüfungstag

Für alle, die am 14. Oktober antreten: Ich drücke dir ganz fest die Daumen.

Ich wünsche dir einen klaren Kopf, wenn du die erste Frage liest. Ruhe, wenn eine Frage dich ins Stocken bringt. Und Vertrauen in das, was du dir in all der Zeit erarbeitet hast. Du hast so viel investiert, um hierherzukommen. Jetzt darfst du zeigen, was du kannst.

Am Abend, egal wie du dich fühlst: Sei stolz auf dich, dass du diesen Schritt gegangen bist.

Und wenn die Prüfung geschafft ist

Irgendwann nach der Prüfung kommt die Frage, wie deine eigene Praxis aussehen soll. Das hat Zeit. Wenn du magst, bin ich dann für dich da.

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